LoRaWAN im Detail

Funk, der im Werk funktioniert – weil wir ihn vorher messen.

Private LoRaWAN-Netze für Pharma, Chemie und Industrie: vor Ort ausgemessen, mit zwei redundanten Gateways und Mobilfunk von zwei verschiedenen Netzbetreibern. Ohne Eingriff ins Firmennetz oder Leitsystem – und so dokumentiert, dass es in eine Qualifizierung passt.

868 MHz

lizenzfreies SRD-Band in Europa

2 Gateways

pro Gebäude – jeder Sensor doppelt empfangen

2 Netzbetreiber

SIM-Karten verschiedener Anbieter

< −100 dBm

Empfang aller Nodes beim Walkdown: GUT

Funk statt Kabel

Messen, wo Kabel teuer oder unmöglich sind

LoRaWAN-Funk bringt Messwerte aus Räumen, in die man kein Kabel ziehen will oder darf. Der Sensor misst direkt am Messpunkt, das Gateway sendet unabhängig vom Werksnetz – ohne Durchbruch, ohne Trasse, ohne Eingriff ins Leitsystem.

Warum Funk – und nicht Kabel?

Mit Kabel

EMSR-RaumATEX-ZoneReinraumLeitwarteExGMP Leitsystem Ex-NachweisRequalifizierungChange Control 3 Wanddurchbrüche · Kabeltrasse · Eingriff ins Leitsystem
  • Kabeltrasse durch ATEX-Zonen – Zündschutz und Ex-Nachweise
  • Durchbrüche in Reinräume – Freigaben, Requalifizierung, ggf. Stillstand
  • Schnittstelle im Leitsystem – Engineering und Change Control
  • Wochen bis Monate Vorlauf

Mit Funk-Sensoren

EMSR-RaumATEX-ZoneReinraumLeitwarteExGMP Gateway 0 Durchbrüche · kein Eingriff · messbereit in Tagen
  • Batteriebetriebener Sensor direkt am Messpunkt
  • Kein Durchbruch, keine Trasse, kein Eingriff ins Leitsystem
  • Autarkes Gateway – unabhängig vom Werksnetz
  • In Tagen messbereit

Praxisbilanz: 3 Jahre Auswertung eines EMSR-Raum-Monitorings

3

Jahre Dauereinsatz

2

min Messintervall

rund um die Uhr

788.400

Payloads je Sensor

3 × 365 × 24 h × 30/h

1,58

Mio. Messwerte

Temperatur + Feuchte

15

Grenzwert­über­schreitungen

sicher erkannt und gemeldet

Jede Überschreitung kam als E-Mail an – bevor daraus ein Ausfall wurde.

Wo LoRaWAN funktioniert

Durch Wände und DeckenDas 868-MHz-Signal durchdringt Mauerwerk und Betondecken – auch über mehrere Stockwerke.
Keller, Schächte, TechnikräumeAuch dort, wo WLAN und Mobilfunk schwach sind: EMSR-Räume, Unterverteilungen, Versorgungsschächte.
Gelände und AußenbereicheReichweiten von einigen hundert Metern im Gebäude bis zu Kilometern im Freien – mehrere Gebäude über ein Netz.
Reinraum und ATEX-BereicheKein Durchbruch, keine Kabeltrasse durch die Zone. Die Eignung der Sensoren für den jeweiligen Bereich prüfen wir je Einsatz.
Kühlräume und KälteanlagenFühler am Messpunkt, Funkmodul außen – so bleiben Dichtung und Isolierung unangetastet.
Ohne Strom und NetzwerkBatteriebetriebene Sensoren mit langer Laufzeit, Gateway mit eigenem LTE-Zugang – keine IT-Freigabe nötig.

So einfach geht’s

In fünf Schritten zum laufenden Funknetz

  1. 1

    Gebäude ausleuchten

    Wir messen vor Ort die Funkabdeckung an jedem geplanten Messpunkt – Signalstärke und Signalqualität, auch in Kellern und hinter Stahlbeton.

    Walkdown

  2. 2

    Alles protokollieren

    Messwerte, Gateway-Standorte und Antennenplanung kommen in einen Bericht. Er ist die Grundlage für die Installation – und bei GMP für die Qualifizierung.

    Funkprotokoll

  3. 3

    Starterkit bestellen

    Das Kit kommt vorkonfiguriert im Koffer: Gateway, Sensoren und Zubehör, sauber verpackt und sofort einsatzbereit.

    Im Koffer

  4. 4

    Einstecken & verteilen

    Gateway an den Strom – die LTE-Verbindung steht. Sensoren per Magnet, Halter oder Kabelbinder genau dort anbringen, wo es kritisch ist.

    Plug & play

  5. 5

    Einloggen

    Auf monicore.one anmelden: Messwerte live, Grenzwerte setzen, E-Mail-Alarm aktivieren. Fertig.

    Live-Daten

Mehr Sicherheit

Ein Gateway zum Start – redundant, wenn es darauf ankommt

Die Anzahl der Gateways richtet sich nach Gebäude und Kritikalität. Jeder Sensor sendet an alle Gateways in Reichweite; fällt eines aus, übernehmen die anderen automatisch.

1Gateway

Start & Pilot

Ideal für den Einstieg, einen Raum oder ein Stockwerk.

2Gateways

Redundant

Zwei Gateways mit SIM-Karten von zwei verschiedenen Netzbetreibern – unser Standard für kritische Bereiche.

3Gateways

Großes Gebäude

Mehrere Stockwerke oder lange Gebäude: jeder Messpunkt wird von mindestens zwei Gateways gehört.

4Gateways

Campus & höchste Verfügbarkeit

Mehrere Gebäude oder Gelände – Abdeckung mit Reserve, auch wenn ein Gateway gewartet wird.

Wir realisieren alles – vom Starterkit im Koffer bis zum redundanten, qualifizierbaren Netz.

Ausleuchtung anfragen

Zusammenfassung unserer Berichte

Was in den Berichten steht – auf einen Blick.

Hinter dieser Seite stehen Erfahrungs-, Walkdown- und Messberichte aus mehreren Jahren Praxis. Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:

Pilot bei DSM seit 2022

Erfahrungsbericht EMSR-Raum-Monitoring

  • Auslöser: temperaturbedingte Ausfälle, Raumtemperaturen über +43 °C, Räume für den Betrieb nicht zugänglich
  • Zwei erfolgreiche Pilotversuche (2022 und 2023), danach Dauereinsatz
  • Temperatur und Feuchte alle 2 Minuten in fünf EMSR-Räumen plus Außenreferenz
  • Grenzwertüberschreitungen per E-Mail gemeldet, Gegenmaßnahmen vor einem Ausfall eingeleitet

Technisch-wirtschaftliche Bewertung

Erfahrungsbericht Wireless Monitoring

  • Typische Schwachstellen: geteilte Zuständigkeit, fehlende Alarmkette, Bediener ohne Zutritt
  • Alarm-E-Mail mit Ort, Wert, Dauer, Max/Min und 24-h-Verlauf; Vor- und Hauptalarm
  • Review eines stillen Klimagerät-Ausfalls: Zeitpunkt im Trend auf die Minute sichtbar
  • Leistungspaket von Walkdown über FAT/SAT bis DQ/IQ/OQ/PQ und Schulung

Messung vor Ort, Netzplanung

Walkdown-Bericht

  • Referenzmessung mit mobilem Gateway auf Stativ und Test-Node an jedem Messpunkt
  • Ergebnis LoRaWAN: alle Nodes besser als −100 dBm = gut
  • Mobilfunk ohne externe Antenne nur mittel – deshalb externe LTE-Antenne
  • Montagevorgaben für Nodes, Gateways und Antennen; Netzabdeckung in Grenznähe geprüft

Grundlagen der Funkplanung

LoRa-Leitfaden

  • dB, RSSI, SNR und Präambel verständlich erklärt
  • Link-Budget-Beispiel mit 151 dB
  • Dämpfung typischer Baustoffe, Fresnel-Zone, Spreading Factor und ADR
  • Systemkomponenten: Sensor, Gateway, Server, Applikation

Eigene Messung je Funkpaket

Strommessung & Laufzeit

  • 13,8 mAs (SF7) bis 81,7 mAs (SF12) pro Sendung bei 14 dBm
  • Rechnerisch ≈ 18 Jahre bei SF7, ≈ 3 Jahre bei SF12 (D-Zelle, alle 2 min)
  • Auslegung des M1 Node daher auf bis zu 10 Jahre
  • Fazit: gute Gateway-Position = niedriger SF = lange Laufzeit

Walkdowns und Meldungen per QR-Code

Scan & Forget – QR-Konzept

  • Geräte per QR-Code eindeutig identifizieren
  • Sicherheitsrundgänge (z. B. Notduschen) per QR dokumentieren
  • Störungs- und Wartungsmeldungen direkt an die zuständige Stelle
  • Prüfnachweise abrufbar statt Papierlisten

Skizzen nach Fotos aus Pilot und Starterkit

M1MoniCoreOneStarter Kit M1MoniCoreOneM1 Gateway · LTE LTE-AntenneLoRa-Rundstrahler 868 MHz
Skizze
Starterkit: Gateway mit LoRa-Rundstrahler und LTE-Antenne auf Montageplatte
M1MoniCoreOneM1 Gateway · LTE M1MoniCoreOneM1 NodeM1MoniCoreOneM1 Node
Skizze
Starterkit mit Gateway und zwei Funk-Sensoren mit PT100-Fühler
M1MoniCoreOneM1 Node Thermostat (vorhanden) PT100 am Kältekreis
Skizze
Sensor mit PT100-Fühler an einer Kälteanlage
M1MoniCoreOneM1 Node Montage ohne Bohren: Halter an Profilschiene
Skizze
Montage an einer Profilschiene im Technikraum
M1MoniCoreOneM1 Node Antenne 868 MHzT/rF-Fühler · PT100
Skizze
M1 Node mit Feuchtefühler und PT100-Kabel
Symbolische Darstellung nach Fotos aus unseren Pilotprojekten. Ausführung der Serie kann abweichen.

Grundlagen

LoRaWAN in fünf Minuten verstanden.

LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) ist ein offener Funkstandard der LoRa Alliance für Sensoren, die kleine Datenmengen über große Distanzen senden – batteriebetrieben, über Jahre. Für Industrieareale ist er ideal: Die Signale kommen durch Wände und Decken, die Sensoren brauchen weder Kabel noch Netzwerkdose.

Sternarchitektur

Jeder Sensor (Node) funkt direkt an die Gateways in Reichweite. Fällt ein Node aus, hat das keinen Einfluss auf die anderen – es gibt kein Mesh, das neu aufgebaut werden muss.

Lizenzfrei, aber reguliert

Gesendet wird im SRD-Band 863–870 MHz. Jedes Gerät darf höchstens 1 % der Zeit senden (Duty Cycle) – das sind 36 Sekunden pro Stunde – mit max. 25 mW.

Verschlüsselt

Jede Nachricht ist Ende-zu-Ende mit AES-128 verschlüsselt. Jeder Node erhält eigene Schlüssel; ohne sie kann niemand Daten lesen oder einschleusen.

Sehr geringe Sendeleistung

Typisch 10 mW, max. 25 mW – WLAN sendet mit 100 mW bis 1 W, Mobilfunk mit über 1 W. Und ein Node sendet nur Bruchteile einer Sekunde, z. B. alle 2 Minuten.

Spreading Factor: Reichweite gegen Sendezeit

Mit dem Spreading Factor (SF7 bis SF12) wird das Funksignal „gestreckt“. Mehr Streckung bedeutet mehr Reichweite – aber längere Sendezeit, mehr Batterieverbrauch und weniger erlaubte Nachrichten pro Stunde. Ziel jeder guten Planung: möglichst niedriger SF, also Gateways so platzieren, dass die Sensoren mit SF7 auskommen.

Richtwerte für eine kurze Nutzlast bei 125 kHz Bandbreite. Theoretisch bis 5 km (SF7) bzw. 16 km (SF12) – in Gebäuden mit Stahlbeton deutlich weniger. Genau deshalb messen wir vor Ort.

SF wählen

Sendezeit pro Nachricht
max. Nachrichten pro Stunde (1 % Duty Cycle)
Reichweite (relativ)
rechnerische Batterielaufzeit (D-Zelle 19 Ah, alle 2 min, 14 dBm)

Laufzeit aus unserer eigenen Strommessung je Funkpaket (13,8 mAs bei SF7 bis 81,7 mAs bei SF12) plus Ruhestrom – ohne Selbstentladung und Temperatureinfluss. Deshalb legen wir auf 10 Jahre aus und planen die Gateways so, dass SF7 reicht.

Funkplanung im Detail

Warum wir rechnen – und dann trotzdem messen.

Ein Funknetz lässt sich über drei Eigenschaften beschreiben: Reichweite, Datenrate und Energieverbrauch. Optimieren lassen sich in der Praxis höchstens zwei davon. LoRaWAN setzt auf Reichweite und geringen Energiebedarf – bei kleiner Datenrate. Genau richtig für Messwerte alle paar Minuten.

Dezibel in einem Satz

  • 3 dB mehr = doppelte Leistung, 10 dB = zehnfach, 20 dB = hundertfach.
  • Doppelte Entfernung = 6 dB mehr Freiraumdämpfung.
  • dB lassen sich einfach addieren: 14 dBm Sendeleistung − 2 dB Kabel + 2 dBi Antenne = 14 dBm abgestrahlt.

Beispiel Link-Budget

Sendeleistung14 dBm
Bandbreite 125 kHz10·log(125 000) = 51 dB
Rauschzahl Empfänger6 dB
SNR-Grenze bei SF12−20 dB
Empfindlichkeit−174 + 51 + 6 − 20 = −137 dBm
Link-Budget14 − (−137) = 151 dB

151 dB reichen im freien Feld für sehr große Distanzen. Im Werk fressen Wände, Decken und Metall diesen Vorrat auf – deshalb zählt die Messung vor Ort.

Fresnel-Zone

!

Auch bei Sichtverbindung zählt der Raum um die direkte Linie: Liegt ein Hindernis in der ersten Fresnel-Zone – eine Rohrbrücke, ein Dachaufbau –, sinkt der Pegel spürbar. Gateways deshalb erhöht und frei montieren.

Was Wände kosten: typische Dämpfung bei 900 MHz

  • Glas 6 mm0,8 dB
  • Glas 13 mm2 dB
  • Holz 76 mm2,8 dB
  • Ziegel 89 mm3,5 dB
  • Ziegel 178 mm5 dB
  • Ziegel 267 mm7 dB
  • Beton 102 mm12 dB
  • Steinmauer 203 mm12 dB
  • Ziegelbeton 192 mm14 dB
  • Steinmauer 406 mm17 dB
  • Beton 203 mm23 dB
  • Stahlbeton 89 mm27 dB
  • Steinmauer 610 mm28 dB
  • Beton 305 mm35 dB

Richtwerte. Stahlbeton, Metallcontainer und Tanklager können deutlich mehr dämpfen – im Walkdown messen wir den tatsächlichen Wert.

Adaptive Data Rate (ADR)

Das Netz stellt den Spreading Factor jedes Sensors automatisch passend ein: Wer gut empfangen wird, sendet schneller und spart Batterie. Gute Gateway-Positionen sind die Voraussetzung dafür.

Unsere Planungsregeln

  • Das Link-Budget bestimmt die maximale Reichweite – Dämpfungen ziehen davon ab.
  • Reflexionen an Boden und Hindernissen beeinflussen den Pegel; Sensoren hängen meist nah am Boden.
  • Hindernisse in der ersten Fresnel-Zone verkürzen die Reichweite.
  • Empfindlichkeit hängt von SNR, Rauschzahl und Bandbreite ab.
  • In der EU gelten max. 14 dBm Sendeleistung (ERP 25 mW) und 1 % Sendezeit im 868-MHz-Band.

Warum überhaupt?

Kritische Infrastruktur läuft oft blind.

In EMSR-, Server- und Infrastrukturräumen stehen Steuerungen, Netzteile, Switches und SIL-Karten – die Grundlage jeder Produktion. Gemessen wird dort trotzdem selten. Das haben wir in vielen Werken gesehen:

Geteilte Zuständigkeit

Klimagerät, Schaltschrank und Zutritt gehören oft verschiedenen Abteilungen. Fällt die Kühlung aus, fühlt sich niemand direkt verantwortlich.

Keine schnelle Alarmkette

Wartung über externe Firmen, unklare Meldewege – bis die richtige Person vor Ort ist, vergehen Stunden oder Tage.

Undefinierte Zustände

Zu warme Elektronik fällt sporadisch aus – von einzelnen Signalkanälen bis zum ganzen Leitsystem. Auch SIL-Karten sind dann nicht mehr sicher funktionsfähig.

Alarmflut statt Information

Zentrale Sammelmeldungen ohne klare Zuordnung werden quittiert und vergessen. Raumtemperatur ist kein Prozessalarm und gehört nicht zum Operator.

Kein Zutritt, keine Sicht

Schichtpersonal darf in EMSR- oder Serverräume meist nicht hinein. Ein Problem fällt erst auf, wenn die Bedienung des Leitsystems ausfällt.

Alterung durch Wärme

Dauerhaft zu hohe Temperaturen und Feuchte lassen Bauteile schneller altern und begünstigen Kondensation – lange bevor etwas ausfällt.

Pilotfälle aus der Praxis

Drei Räume, drei Ursachen – jedes Mal rechtzeitig gemeldet.

Aus unseren Pilotprojekten in EMSR-Räumen (seit 2022). Jeder Fall zeigt eine andere Funk-Herausforderung – und warum Messen vor Ort entscheidend ist.

Gateway-Gebäude Tanklager EMSR ≈ 400 m · keine Sicht

Pilot 1 · Distanz

Ausgangslage
Raumtemperaturen über +43 °C, sporadische Ausfälle von zwei fest installierten Klimageräten und nicht überwachten mobilen Zusatzgeräten. Der Raum war für den Betrieb nicht zugänglich.
Funk-Herausforderung
Funkstrecke ca. 400 m Luftlinie ohne Sichtverbindung – quer durch mehrere Gebäude und ein Tanklager mit Metall und Stahlbeton. WirelessHART oder WLAN hätten das nicht geschafft.
Ergebnis
Mehrere Übertemperaturen zuverlässig alarmiert, Störungsdienst direkt aufgeboten, Produktionsverluste und Bauteilschäden vermieden.
Metallcontainer = Faraday-Käfig

Pilot 2 · Metallhülle

Ausgangslage
Ein neues Klimagerät wurde bei einer Revision im Winter manuell ausgeschaltet – und nicht wieder eingeschaltet. Im Frühling stieg die Temperatur stark an.
Funk-Herausforderung
Mehrere geschlossene Räume komplett aus Metallcontainern – ein Faraday-Käfig. Hier war nicht die Distanz das Problem, sondern die Dämpfung der Hülle.
Ergebnis
Übertemperatur im Frühling alarmiert, bevor erneut ein Kommunikationsmodul ausfiel; seither 24/7-Überwachung ohne zusätzliches Personal.
30 °C Kühlung aus Alarm ✉

Pilot 3 · Stiller Ausfall

Ausgangslage
Ein Klimagerät hörte auf zu kühlen, lief aber ohne Störmeldung weiter. Vor Ort war nichts zu erkennen.
Funk-Herausforderung
Ein Thermostat hätte nur einen Schaltkontakt geliefert – ohne Verlauf, ohne Analyse, eventuell im Leitsystem quittiert.
Ergebnis
Temperaturanstieg erkannt und per E-Mail gemeldet; im Trend ist der Zeitpunkt des Kühlungsausfalls auf die Minute sichtbar.

Was in jeder Alarm-E-Mail steht

  • Wo: Anlage, Raum, Sensor mit Kennzeichen (BMK)
  • Was: aktueller Wert und überschrittener Grenzwert
  • Wann: Beginn der Abweichung und Rückkehr in den Sollbereich
  • Wie lange und wie stark: Dauer sowie höchster/niedrigster Wert
  • Verlauf: Durchschnitt, Maximum und Minimum der letzten 24 h
  • Stufen: Voralarm (Warnung) und Hauptalarm an definierte Empfänger

Was zu einem Projekt gehört

  • Walkdown vor Ort mit Signal-Einzelmessung aller Messpunkte
  • Hardware: Nodes, Gateways, Antennen, SIM-Karten
  • Dashboard in MoniCore.one mit Alarmierung
  • FAT (Hard- und Software) bei egatti, SAT beim Kunden
  • Qualifizierungsunterlagen auf Basis des Walkdown-Berichts
  • Inbetriebnahme, Abschlussbericht und Schulung
  • Optional Ersatzteile (Nodes/Gateway) und Erweiterungen
  • Betreuung während der gesamten Laufzeit

Vorgehen in der Pharma

Vom Walkdown bis zur Qualifizierung – sieben Schritte.

In regulierten Umgebungen zählt nicht nur, dass es funktioniert, sondern dass es nachweisbar funktioniert. Viele unserer Prüfungen bei FAT und SAT sind genau die Aktivitäten, die auch in der Installations- und Funktionsqualifizierung (IQ/OQ) gefordert werden.

  1. 01

    Anforderungen & Use Cases

    Welche Räume und Anlagen sind geschäftskritisch? Welche Messgrößen, Grenzwerte, Vor- und Hauptalarme? Wer wird wann informiert? Ist der Messpunkt GMP-relevant, ATEX-relevant, braucht es USV?

    URS / Lastenheft

  2. 02

    Walkdown vor Ort

    Begehung mit Gebäudeplänen: Messpunkte, Node- und Gateway-Positionen sowie 230-V-Anschlüsse werden festgelegt. Referenzmessung mit mobilem Gateway auf Stativ und Test-Node – an jedem Messpunkt. Zusätzlich Mobilfunkmessung je Netzbetreiber. Fotos und Betriebsmittelkennzeichnung (BMK) nach Kundenvorgabe.

    Walkdown-Bericht = Basis der DQ

  3. 03

    Netzplanung

    Gateway-Standorte und Antennenausrichtung nach Gebäudestruktur, mindestens zwei Gateways pro Gebäude, SIM-Karten verschiedener Netzbetreiber, Netzteile an getrennten Stromkreisen. Jeder Node soll von beiden Gateways empfangen werden.

    Netzplan, Geräteliste

  4. 04

    FAT bei egatti

    Das gesamte Netz wird vorab bei uns in Betrieb genommen: Gateways, Nodes, Schlüssel, Grenzwerte, Alarm-Empfänger und Dashboard. Erst nach bestandenem Werksabnahmetest geht es zum Kunden.

    FAT-Protokoll

  5. 05

    Installation & SAT

    Montage nach Vorgaben, Signal-Einzelmessung jedes Nodes an beiden Gateways, Test der Grenzwertalarme, der Gateway-Redundanz (ein Gateway wird bewusst abgeschaltet) und der E-Mail-Alarmkette.

    SAT-Protokoll

  6. 06

    Qualifizierung (wenn GMP)

    DQ über den Walkdown-Bericht, IQ für Installation und Dokumentation, OQ für Funktion innerhalb der Grenzen, PQ unter realen Bedingungen – z. B. Grenzwertalarme, Gateway-Redundanz, Alarmierung und optional Audit Trail.

    DQ · IQ · OQ · PQ

  7. 07

    Betrieb & Betreuung

    Watchdog („last seen“) je Node, Überwachung aller Gateways, Batteriespannung einmal täglich unter Last gemessen, Remote-Konfiguration und Updates, Schulung des Personals, Abschlussbericht.

    Abschlussbericht, Schulung

Nodes

So bringen wir Sensoren in ein Pharmawerk.

Ein Node ist ein batteriebetriebener Funksensor direkt am Messpunkt. Er misst, verschlüsselt und sendet – und braucht weder Kabeltrasse noch Durchbruch noch Schnittstelle im Leitsystem. Damit bleibt die Trennung zwischen Prozessalarmen und Infrastruktur-Monitoring sauber erhalten.

  • Messpunkt und BMK werden beim Walkdown gemeinsam festgelegt – das Kennzeichen steht auf dem Gerät, im Dashboard und in jeder Alarm-E-Mail.
  • Montagehöhe ab ca. 1,5 m für gute Reichweite, aber max. 1,80 m – damit Service ohne Leiter möglich ist.
  • Antenne ca. 20 cm Abstand zur Wand, frei von Metallgehäusen und Stahlbeton direkt am Gerät; Öffnungen wie Fenster oder Türen nutzen.
  • Befestigung per Magnet, Kabelbinder oder Schraube – ohne Bohren in Reinraumhüllen; temporäre Messungen sind jederzeit möglich.
  • Jeder Node wird einzeln geprüft: Signalstärke (RSSI) und Signal-Rausch-Abstand (SNR) an beiden Gateways, dokumentiert im SAT.
  • Für besonders kritische Punkte: zwei unabhängige Sensoren an derselben Position (Sensor-Redundanz).
  • Im Betrieb überwacht: letzte Meldung (Watchdog), Batteriespannung unter Last, Signalstärke, Paketzähler und Fehlerstatus.

Montagemaße aus unseren Walkdown-Vorgaben

Decke Boden Wand LoRa-Antenne LTE-Antenne Gateway Node ≥ 2,20 m ≥ 2,00 m ≤ 1,80 m ≥ 50 cm ≥ 50 cm Antennen ≥ 50 cm von Wand und Decke · Geräte ohne Hilfsmittel erreichbar
mobiles Gateway Test-Node Messwert liveRSSI −56 dBmSNR 10,3 dB · SF7

Walkdown: mobiles Gateway auf Stativ, Test-Node am geplanten Messpunkt

Gateway-Auslegung & Ausfallsicherheit

Zwei Gateways, zwei Netzbetreiber, zwei Stromkreise.

Das Gateway ist das Herz des Netzes – deshalb gibt es bei uns nie nur eines. Pro Gebäude planen wir mindestens zwei unabhängige Gateways, die beide das gesamte Gebäude abdecken. Fällt eines aus oder wird gewartet, übernimmt das andere – ohne dass ein einziger Messwert verloren geht.

MoniCore.one Mobilfunk A Mobilfunk B Gateway 1SIM Netz A Gateway 2SIM Netz B Stromkreis 1 Stromkreis 2 ✓ 0 Messwerte verloren
  • Normalbetrieb – beide Wege aktiv
  • Netz A gestört – Daten über Netz B
  • Stromkreis 2 aus – Gateway 1 übernimmt

Zwei unabhängige Gateways

Jeder Node wird von beiden empfangen. Das zeigen wir im Walkdown mit Messwerten an beiden Gateways – nicht mit einer Annahme.

SIM-Karten verschiedener Netzbetreiber

Jedes Gateway hat eine eigene LTE-SIM eines anderen Anbieters. Fällt ein Mobilfunknetz aus, laufen die Daten über das andere.

Getrennte Stromkreise

Die Netzteile hängen an unterschiedlichen Stromkreisen – optional an der USV, damit auch bei Stromausfall weiter gemessen und alarmiert wird.

Kein Eingriff ins Firmennetz

Die Gateways senden per Mobilfunk. Es braucht keine Firewall-Freigabe, kein VLAN und keine Schnittstelle im Leitsystem.

Externe Antennen, innen montiert

LoRa- und LTE-Antenne extern am Gateway, Installation im Gebäude – damit entfällt die Blitzschutzbetrachtung.

Überwacht und fernwartbar

Alle Gateways sind im Dashboard sichtbar; ein Ausfall wird gemeldet. Einstellungen und Updates sind per Fernzugriff möglich – wichtig bei schwer zugänglichen Räumen.

Antenne richtig ausrichten

  • Eine Ebene

    Antenne vertikal, Gateway möglichst mittig in der Fläche.

  • Mehrere Stockwerke

    Gateway mittig im Gebäude, Antenne horizontal – die „Donut“-Abstrahlung geht nach oben und unten.

  • Von außen

    Gateway außen, Antenne vertikal: Fenster dämpfen weniger als Stahlbetondecken.

  • Grenznähe

    Am Dreiländereck können Schweizer Mobilfunkmasten stören. Wir prüfen die Abdeckung je Netzbetreiber vorab.

Messwerte statt Annahmen

Auszug aus einem echten Walkdown-Bericht.

So sieht das Ergebnis einer Vor-Ort-Messung aus (anonymisiert). Jeder Sensor wird an beiden Gateways gemessen – und wo ein Gateway weiter weg ist, ist das andere nah. Genau das ist gewollt.

MesspunktGateway 1Gateway 2Bewertung
EMSR-Raum 1−56 dBm · SNR 10,25 dB−77 dBm · SNR 9,75 dBgut
EMSR-Raum 2−79 dBm · SNR 10,25 dB−56 dBm · SNR 9,0 dBgut
Mobilfunk am Gateway-StandortRSRP −101 dBm · RSRQ −13,5 dB · SINR 4 dBmittel – ohne externe Antenne gemessen → externe LTE-Antenne vorgesehen

RSSI

Empfangsstärke in dBm. Je näher an 0, desto besser. Beim Walkdown gilt: alle Nodes besser als −100 dBm = GUT.

SNR

Signal-Rausch-Abstand in dB. Positive Werte sind sehr gut; LoRa kann Signale sogar unterhalb des Rauschens noch dekodieren.

RSRP / RSRQ / SINR

Kennwerte des Mobilfunks am Gateway. Sie entscheiden, ob eine externe LTE-Antenne oder ein anderer Netzbetreiber nötig ist.

Demonstrator 2022–2025

DataDOT ONE – drei Jahre Demo im Dauereinsatz.

Hinweis

Die DataDOT ONE war unser Demonstrator im Pilotprojekt. Sie lief drei Jahre im Dauereinsatz und ist kein aktuelles Verkaufsprodukt. Plattform und Lösung heißen MoniCore.one; die Erfahrungen aus der Demo fließen in die eigene Sensorfamilie MoniCore M1+ ein.

Was die Demo im realen Betrieb gezeigt hat – in EMSR-Räumen eines Produktionsgebäudes, Messung alle 2 Minuten:

  • Temperatur und Feuchte am Messpunkt, zusätzlich externer PT100-Fühler (4-Leiter) mit Drahtbruchüberwachung
  • Optional autonome Vor-Ort-Alarmierung mit heller LED und Summer (> 100 dB) – funktioniert auch, wenn Funkverbindung oder Gateway ausfallen
  • Batteriespannung einmal täglich unter Last gemessen – der echte Batteriezustand, nicht nur die Leerlaufspannung
  • Statuswerte online: Signalstärke, SNR, Paketzähler, interne Temperatur/Feuchte, Fehlerstatus; Konfiguration per Fernbefehl
  • Gesendet mit SF7 – dank guter Gateway-Positionen kurze Sendezeit und lange Batterielaufzeit
Zur Referenz DSM
M1MoniCoreOne Antenne 868 MHz Temperatur /Feuchte PT100, 4-Leiter LED + Summer > 100 dB Batterie, täglich unter Last geprüft

DataDOT ONE – Demo-Sensor (Skizze)

Schaltschränke Klimagerät Sensor ≤ 1,80 m

Einbau im EMSR-Raum (Skizze)

Node TM-001last seen 1 minBatterie3,68 VRSSI−91 dBmSNR10,25 dBPakete74.849Temperatur19,5 °CFeuchte42 %PT100OKFehler0

Statusansicht eines Nodes (Skizze)

Häufige Fragen zu LoRaWAN im Werk

Brauchen wir dafür unser Firmennetz oder die IT?

Nein. Die Gateways übertragen per Mobilfunk (LTE) direkt an MoniCore.one. Es gibt keine Implementierung im Firmennetz und keine Schnittstelle im Leitsystem. Eine Anbindung an eigene Server ist auf Wunsch möglich.

Was passiert, wenn ein Gateway oder ein Mobilfunknetz ausfällt?

Jeder Sensor wird von zwei Gateways empfangen, die SIM-Karten verschiedener Netzbetreiber nutzen und an getrennten Stromkreisen hängen. Fällt ein Weg aus, laufen die Daten über den anderen. Der Ausfall selbst wird im Dashboard gemeldet.

Ist die Funkstrahlung ein Thema?

LoRaWAN-Nodes senden typisch mit 10 mW (max. 25 mW) und nur Bruchteile einer Sekunde – höchstens 1 % der Zeit, in der Praxis meist unter 0,03 %. Das ist um Größenordnungen weniger als WLAN oder ein Mobiltelefon.

Wie lange halten die Batterien?

Das hängt vom Sendeintervall und vom Spreading Factor ab. Bei guter Gateway-Planung (niedriger SF) sind mehrere Jahre üblich. Die Batteriespannung wird überwacht, ein Wechsel lässt sich planen.

Lässt sich das System qualifizieren?

Ja. Walkdown-Bericht (DQ), FAT und SAT liefern die Grundlage für IQ und OQ; in der PQ werden u. a. Grenzwertalarme, Gateway-Redundanz und die Alarmkette geprüft. Den Umfang stimmen wir mit Ihrer Qualitätssicherung ab.

Geht das auch in ATEX-Zonen?

Für Ex-Bereiche braucht es dafür zugelassene Geräte. Ob und wie ein Messpunkt in einer Zone umsetzbar ist, prüfen wir im Projekt – oft genügt es, den Sensor außerhalb zu platzieren und einen Fühler hineinzuführen.

Sollen wir Ihr Areal ausmessen?

Ein Walkdown mit mobilem Gateway zeigt in wenigen Stunden, wie viele Gateways Sie brauchen und wo – mit Messwerten für jeden Punkt.

Walkdown anfragen