Funk, der im Werk funktioniert – weil wir ihn vorher messen.
Private LoRaWAN-Netze für Pharma, Chemie und Industrie: vor Ort ausgemessen, mit zwei redundanten Gateways und Mobilfunk von zwei verschiedenen Netzbetreibern. Ohne Eingriff ins Firmennetz oder Leitsystem – und so dokumentiert, dass es in eine Qualifizierung passt.
LoRaWAN-Funk bringt Messwerte aus Räumen, in die man kein Kabel ziehen will oder darf. Der Sensor misst direkt am Messpunkt, das Gateway sendet unabhängig vom Werksnetz – ohne Durchbruch, ohne Trasse, ohne Eingriff ins Leitsystem.
Warum Funk – und nicht Kabel?
Mit Kabel
Kabeltrasse durch ATEX-Zonen – Zündschutz und Ex-Nachweise
Durchbrüche in Reinräume – Freigaben, Requalifizierung, ggf. Stillstand
Schnittstelle im Leitsystem – Engineering und Change Control
Wochen bis Monate Vorlauf
Mit Funk-Sensoren
Batteriebetriebener Sensor direkt am Messpunkt
Kein Durchbruch, keine Trasse, kein Eingriff ins Leitsystem
Autarkes Gateway – unabhängig vom Werksnetz
In Tagen messbereit
Praxisbilanz: 3 Jahre Auswertung eines EMSR-Raum-Monitorings
3
Jahre Dauereinsatz
2
min Messintervall
rund um die Uhr
788.400
Payloads je Sensor
3 × 365 × 24 h × 30/h
1,58
Mio. Messwerte
Temperatur + Feuchte
15
Grenzwertüberschreitungen
sicher erkannt und gemeldet
Jede Überschreitung kam als E-Mail an – bevor daraus ein Ausfall wurde.
Wo LoRaWAN funktioniert
Durch Wände und DeckenDas 868-MHz-Signal durchdringt Mauerwerk und Betondecken – auch über mehrere Stockwerke.
Keller, Schächte, TechnikräumeAuch dort, wo WLAN und Mobilfunk schwach sind: EMSR-Räume, Unterverteilungen, Versorgungsschächte.
Gelände und AußenbereicheReichweiten von einigen hundert Metern im Gebäude bis zu Kilometern im Freien – mehrere Gebäude über ein Netz.
Reinraum und ATEX-BereicheKein Durchbruch, keine Kabeltrasse durch die Zone. Die Eignung der Sensoren für den jeweiligen Bereich prüfen wir je Einsatz.
Kühlräume und KälteanlagenFühler am Messpunkt, Funkmodul außen – so bleiben Dichtung und Isolierung unangetastet.
Ohne Strom und NetzwerkBatteriebetriebene Sensoren mit langer Laufzeit, Gateway mit eigenem LTE-Zugang – keine IT-Freigabe nötig.
So einfach geht’s
In fünf Schritten zum laufenden Funknetz
1
Gebäude ausleuchten
Wir messen vor Ort die Funkabdeckung an jedem geplanten Messpunkt – Signalstärke und Signalqualität, auch in Kellern und hinter Stahlbeton.
Walkdown
2
Alles protokollieren
Messwerte, Gateway-Standorte und Antennenplanung kommen in einen Bericht. Er ist die Grundlage für die Installation – und bei GMP für die Qualifizierung.
Funkprotokoll
3
Starterkit bestellen
Das Kit kommt vorkonfiguriert im Koffer: Gateway, Sensoren und Zubehör, sauber verpackt und sofort einsatzbereit.
Im Koffer
4
Einstecken & verteilen
Gateway an den Strom – die LTE-Verbindung steht. Sensoren per Magnet, Halter oder Kabelbinder genau dort anbringen, wo es kritisch ist.
Plug & play
5
Einloggen
Auf monicore.one anmelden: Messwerte live, Grenzwerte setzen, E-Mail-Alarm aktivieren. Fertig.
Live-Daten
Mehr Sicherheit
Ein Gateway zum Start – redundant, wenn es darauf ankommt
Die Anzahl der Gateways richtet sich nach Gebäude und Kritikalität. Jeder Sensor sendet an alle Gateways in Reichweite; fällt eines aus, übernehmen die anderen automatisch.
1Gateway
Start & Pilot
Ideal für den Einstieg, einen Raum oder ein Stockwerk.
2Gateways
Redundant
Zwei Gateways mit SIM-Karten von zwei verschiedenen Netzbetreibern – unser Standard für kritische Bereiche.
3Gateways
Großes Gebäude
Mehrere Stockwerke oder lange Gebäude: jeder Messpunkt wird von mindestens zwei Gateways gehört.
4Gateways
Campus & höchste Verfügbarkeit
Mehrere Gebäude oder Gelände – Abdeckung mit Reserve, auch wenn ein Gateway gewartet wird.
Wir realisieren alles – vom Starterkit im Koffer bis zum redundanten, qualifizierbaren Netz.
13,8 mAs (SF7) bis 81,7 mAs (SF12) pro Sendung bei 14 dBm
Rechnerisch ≈ 18 Jahre bei SF7, ≈ 3 Jahre bei SF12 (D-Zelle, alle 2 min)
Auslegung des M1 Node daher auf bis zu 10 Jahre
Fazit: gute Gateway-Position = niedriger SF = lange Laufzeit
Walkdowns und Meldungen per QR-Code
Scan & Forget – QR-Konzept
Geräte per QR-Code eindeutig identifizieren
Sicherheitsrundgänge (z. B. Notduschen) per QR dokumentieren
Störungs- und Wartungsmeldungen direkt an die zuständige Stelle
Prüfnachweise abrufbar statt Papierlisten
Skizzen nach Fotos aus Pilot und Starterkit
SkizzeStarterkit: Gateway mit LoRa-Rundstrahler und LTE-Antenne auf MontageplatteSkizzeStarterkit mit Gateway und zwei Funk-Sensoren mit PT100-FühlerSkizzeSensor mit PT100-Fühler an einer KälteanlageSkizzeMontage an einer Profilschiene im TechnikraumSkizzeM1 Node mit Feuchtefühler und PT100-Kabel
Symbolische Darstellung nach Fotos aus unseren Pilotprojekten. Ausführung der Serie kann abweichen.
Grundlagen
LoRaWAN in fünf Minuten verstanden.
LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) ist ein offener Funkstandard der LoRa Alliance für Sensoren, die kleine Datenmengen über große Distanzen senden – batteriebetrieben, über Jahre. Für Industrieareale ist er ideal: Die Signale kommen durch Wände und Decken, die Sensoren brauchen weder Kabel noch Netzwerkdose.
Sternarchitektur
Jeder Sensor (Node) funkt direkt an die Gateways in Reichweite. Fällt ein Node aus, hat das keinen Einfluss auf die anderen – es gibt kein Mesh, das neu aufgebaut werden muss.
Lizenzfrei, aber reguliert
Gesendet wird im SRD-Band 863–870 MHz. Jedes Gerät darf höchstens 1 % der Zeit senden (Duty Cycle) – das sind 36 Sekunden pro Stunde – mit max. 25 mW.
Verschlüsselt
Jede Nachricht ist Ende-zu-Ende mit AES-128 verschlüsselt. Jeder Node erhält eigene Schlüssel; ohne sie kann niemand Daten lesen oder einschleusen.
Sehr geringe Sendeleistung
Typisch 10 mW, max. 25 mW – WLAN sendet mit 100 mW bis 1 W, Mobilfunk mit über 1 W. Und ein Node sendet nur Bruchteile einer Sekunde, z. B. alle 2 Minuten.
Spreading Factor: Reichweite gegen Sendezeit
Mit dem Spreading Factor (SF7 bis SF12) wird das Funksignal „gestreckt“. Mehr Streckung bedeutet mehr Reichweite – aber längere Sendezeit, mehr Batterieverbrauch und weniger erlaubte Nachrichten pro Stunde. Ziel jeder guten Planung: möglichst niedriger SF, also Gateways so platzieren, dass die Sensoren mit SF7 auskommen.
Richtwerte für eine kurze Nutzlast bei 125 kHz Bandbreite. Theoretisch bis 5 km (SF7) bzw. 16 km (SF12) – in Gebäuden mit Stahlbeton deutlich weniger. Genau deshalb messen wir vor Ort.
SF wählen
Sendezeit pro Nachricht
max. Nachrichten pro Stunde (1 % Duty Cycle)
Reichweite (relativ)
rechnerische Batterielaufzeit (D-Zelle 19 Ah, alle 2 min, 14 dBm)
Laufzeit aus unserer eigenen Strommessung je Funkpaket (13,8 mAs bei SF7 bis 81,7 mAs bei SF12) plus Ruhestrom – ohne Selbstentladung und Temperatureinfluss. Deshalb legen wir auf 10 Jahre aus und planen die Gateways so, dass SF7 reicht.
Funkplanung im Detail
Warum wir rechnen – und dann trotzdem messen.
Ein Funknetz lässt sich über drei Eigenschaften beschreiben: Reichweite, Datenrate und Energieverbrauch. Optimieren lassen sich in der Praxis höchstens zwei davon. LoRaWAN setzt auf Reichweite und geringen Energiebedarf – bei kleiner Datenrate. Genau richtig für Messwerte alle paar Minuten.
Dezibel in einem Satz
3 dB mehr = doppelte Leistung, 10 dB = zehnfach, 20 dB = hundertfach.
Doppelte Entfernung = 6 dB mehr Freiraumdämpfung.
dB lassen sich einfach addieren: 14 dBm Sendeleistung − 2 dB Kabel + 2 dBi Antenne = 14 dBm abgestrahlt.
Beispiel Link-Budget
Sendeleistung14 dBm
Bandbreite 125 kHz10·log(125 000) = 51 dB
Rauschzahl Empfänger6 dB
SNR-Grenze bei SF12−20 dB
Empfindlichkeit−174 + 51 + 6 − 20 = −137 dBm
Link-Budget14 − (−137) = 151 dB
151 dB reichen im freien Feld für sehr große Distanzen. Im Werk fressen Wände, Decken und Metall diesen Vorrat auf – deshalb zählt die Messung vor Ort.
Fresnel-Zone
Auch bei Sichtverbindung zählt der Raum um die direkte Linie: Liegt ein Hindernis in der ersten Fresnel-Zone – eine Rohrbrücke, ein Dachaufbau –, sinkt der Pegel spürbar. Gateways deshalb erhöht und frei montieren.
Was Wände kosten: typische Dämpfung bei 900 MHz
Glas 6 mm0,8 dB
Glas 13 mm2 dB
Holz 76 mm2,8 dB
Ziegel 89 mm3,5 dB
Ziegel 178 mm5 dB
Ziegel 267 mm7 dB
Beton 102 mm12 dB
Steinmauer 203 mm12 dB
Ziegelbeton 192 mm14 dB
Steinmauer 406 mm17 dB
Beton 203 mm23 dB
Stahlbeton 89 mm27 dB
Steinmauer 610 mm28 dB
Beton 305 mm35 dB
Richtwerte. Stahlbeton, Metallcontainer und Tanklager können deutlich mehr dämpfen – im Walkdown messen wir den tatsächlichen Wert.
Adaptive Data Rate (ADR)
Das Netz stellt den Spreading Factor jedes Sensors automatisch passend ein: Wer gut empfangen wird, sendet schneller und spart Batterie. Gute Gateway-Positionen sind die Voraussetzung dafür.
Unsere Planungsregeln
Das Link-Budget bestimmt die maximale Reichweite – Dämpfungen ziehen davon ab.
Reflexionen an Boden und Hindernissen beeinflussen den Pegel; Sensoren hängen meist nah am Boden.
Hindernisse in der ersten Fresnel-Zone verkürzen die Reichweite.
Empfindlichkeit hängt von SNR, Rauschzahl und Bandbreite ab.
In der EU gelten max. 14 dBm Sendeleistung (ERP 25 mW) und 1 % Sendezeit im 868-MHz-Band.
Warum überhaupt?
Kritische Infrastruktur läuft oft blind.
In EMSR-, Server- und Infrastrukturräumen stehen Steuerungen, Netzteile, Switches und SIL-Karten – die Grundlage jeder Produktion. Gemessen wird dort trotzdem selten. Das haben wir in vielen Werken gesehen:
Geteilte Zuständigkeit
Klimagerät, Schaltschrank und Zutritt gehören oft verschiedenen Abteilungen. Fällt die Kühlung aus, fühlt sich niemand direkt verantwortlich.
Keine schnelle Alarmkette
Wartung über externe Firmen, unklare Meldewege – bis die richtige Person vor Ort ist, vergehen Stunden oder Tage.
Undefinierte Zustände
Zu warme Elektronik fällt sporadisch aus – von einzelnen Signalkanälen bis zum ganzen Leitsystem. Auch SIL-Karten sind dann nicht mehr sicher funktionsfähig.
Alarmflut statt Information
Zentrale Sammelmeldungen ohne klare Zuordnung werden quittiert und vergessen. Raumtemperatur ist kein Prozessalarm und gehört nicht zum Operator.
Kein Zutritt, keine Sicht
Schichtpersonal darf in EMSR- oder Serverräume meist nicht hinein. Ein Problem fällt erst auf, wenn die Bedienung des Leitsystems ausfällt.
Alterung durch Wärme
Dauerhaft zu hohe Temperaturen und Feuchte lassen Bauteile schneller altern und begünstigen Kondensation – lange bevor etwas ausfällt.
Pilotfälle aus der Praxis
Drei Räume, drei Ursachen – jedes Mal rechtzeitig gemeldet.
Aus unseren Pilotprojekten in EMSR-Räumen (seit 2022). Jeder Fall zeigt eine andere Funk-Herausforderung – und warum Messen vor Ort entscheidend ist.
Pilot 1 · Distanz
Ausgangslage
Raumtemperaturen über +43 °C, sporadische Ausfälle von zwei fest installierten Klimageräten und nicht überwachten mobilen Zusatzgeräten. Der Raum war für den Betrieb nicht zugänglich.
Funk-Herausforderung
Funkstrecke ca. 400 m Luftlinie ohne Sichtverbindung – quer durch mehrere Gebäude und ein Tanklager mit Metall und Stahlbeton. WirelessHART oder WLAN hätten das nicht geschafft.
Ergebnis
Mehrere Übertemperaturen zuverlässig alarmiert, Störungsdienst direkt aufgeboten, Produktionsverluste und Bauteilschäden vermieden.
Pilot 2 · Metallhülle
Ausgangslage
Ein neues Klimagerät wurde bei einer Revision im Winter manuell ausgeschaltet – und nicht wieder eingeschaltet. Im Frühling stieg die Temperatur stark an.
Funk-Herausforderung
Mehrere geschlossene Räume komplett aus Metallcontainern – ein Faraday-Käfig. Hier war nicht die Distanz das Problem, sondern die Dämpfung der Hülle.
Ergebnis
Übertemperatur im Frühling alarmiert, bevor erneut ein Kommunikationsmodul ausfiel; seither 24/7-Überwachung ohne zusätzliches Personal.
Pilot 3 · Stiller Ausfall
Ausgangslage
Ein Klimagerät hörte auf zu kühlen, lief aber ohne Störmeldung weiter. Vor Ort war nichts zu erkennen.
Funk-Herausforderung
Ein Thermostat hätte nur einen Schaltkontakt geliefert – ohne Verlauf, ohne Analyse, eventuell im Leitsystem quittiert.
Ergebnis
Temperaturanstieg erkannt und per E-Mail gemeldet; im Trend ist der Zeitpunkt des Kühlungsausfalls auf die Minute sichtbar.
Was in jeder Alarm-E-Mail steht
Wo: Anlage, Raum, Sensor mit Kennzeichen (BMK)
Was: aktueller Wert und überschrittener Grenzwert
Wann: Beginn der Abweichung und Rückkehr in den Sollbereich
Wie lange und wie stark: Dauer sowie höchster/niedrigster Wert
Verlauf: Durchschnitt, Maximum und Minimum der letzten 24 h
Stufen: Voralarm (Warnung) und Hauptalarm an definierte Empfänger
Was zu einem Projekt gehört
Walkdown vor Ort mit Signal-Einzelmessung aller Messpunkte
Hardware: Nodes, Gateways, Antennen, SIM-Karten
Dashboard in MoniCore.one mit Alarmierung
FAT (Hard- und Software) bei egatti, SAT beim Kunden
Qualifizierungsunterlagen auf Basis des Walkdown-Berichts
Inbetriebnahme, Abschlussbericht und Schulung
Optional Ersatzteile (Nodes/Gateway) und Erweiterungen
Betreuung während der gesamten Laufzeit
Vorgehen in der Pharma
Vom Walkdown bis zur Qualifizierung – sieben Schritte.
In regulierten Umgebungen zählt nicht nur, dass es funktioniert, sondern dass es nachweisbar funktioniert. Viele unserer Prüfungen bei FAT und SAT sind genau die Aktivitäten, die auch in der Installations- und Funktionsqualifizierung (IQ/OQ) gefordert werden.
01
Anforderungen & Use Cases
Welche Räume und Anlagen sind geschäftskritisch? Welche Messgrößen, Grenzwerte, Vor- und Hauptalarme? Wer wird wann informiert? Ist der Messpunkt GMP-relevant, ATEX-relevant, braucht es USV?
URS / Lastenheft
02
Walkdown vor Ort
Begehung mit Gebäudeplänen: Messpunkte, Node- und Gateway-Positionen sowie 230-V-Anschlüsse werden festgelegt. Referenzmessung mit mobilem Gateway auf Stativ und Test-Node – an jedem Messpunkt. Zusätzlich Mobilfunkmessung je Netzbetreiber. Fotos und Betriebsmittelkennzeichnung (BMK) nach Kundenvorgabe.
Walkdown-Bericht = Basis der DQ
03
Netzplanung
Gateway-Standorte und Antennenausrichtung nach Gebäudestruktur, mindestens zwei Gateways pro Gebäude, SIM-Karten verschiedener Netzbetreiber, Netzteile an getrennten Stromkreisen. Jeder Node soll von beiden Gateways empfangen werden.
Netzplan, Geräteliste
04
FAT bei egatti
Das gesamte Netz wird vorab bei uns in Betrieb genommen: Gateways, Nodes, Schlüssel, Grenzwerte, Alarm-Empfänger und Dashboard. Erst nach bestandenem Werksabnahmetest geht es zum Kunden.
FAT-Protokoll
05
Installation & SAT
Montage nach Vorgaben, Signal-Einzelmessung jedes Nodes an beiden Gateways, Test der Grenzwertalarme, der Gateway-Redundanz (ein Gateway wird bewusst abgeschaltet) und der E-Mail-Alarmkette.
SAT-Protokoll
06
Qualifizierung (wenn GMP)
DQ über den Walkdown-Bericht, IQ für Installation und Dokumentation, OQ für Funktion innerhalb der Grenzen, PQ unter realen Bedingungen – z. B. Grenzwertalarme, Gateway-Redundanz, Alarmierung und optional Audit Trail.
DQ · IQ · OQ · PQ
07
Betrieb & Betreuung
Watchdog („last seen“) je Node, Überwachung aller Gateways, Batteriespannung einmal täglich unter Last gemessen, Remote-Konfiguration und Updates, Schulung des Personals, Abschlussbericht.
Abschlussbericht, Schulung
Nodes
So bringen wir Sensoren in ein Pharmawerk.
Ein Node ist ein batteriebetriebener Funksensor direkt am Messpunkt. Er misst, verschlüsselt und sendet – und braucht weder Kabeltrasse noch Durchbruch noch Schnittstelle im Leitsystem. Damit bleibt die Trennung zwischen Prozessalarmen und Infrastruktur-Monitoring sauber erhalten.
Messpunkt und BMK werden beim Walkdown gemeinsam festgelegt – das Kennzeichen steht auf dem Gerät, im Dashboard und in jeder Alarm-E-Mail.
Montagehöhe ab ca. 1,5 m für gute Reichweite, aber max. 1,80 m – damit Service ohne Leiter möglich ist.
Antenne ca. 20 cm Abstand zur Wand, frei von Metallgehäusen und Stahlbeton direkt am Gerät; Öffnungen wie Fenster oder Türen nutzen.
Befestigung per Magnet, Kabelbinder oder Schraube – ohne Bohren in Reinraumhüllen; temporäre Messungen sind jederzeit möglich.
Jeder Node wird einzeln geprüft: Signalstärke (RSSI) und Signal-Rausch-Abstand (SNR) an beiden Gateways, dokumentiert im SAT.
Für besonders kritische Punkte: zwei unabhängige Sensoren an derselben Position (Sensor-Redundanz).
Im Betrieb überwacht: letzte Meldung (Watchdog), Batteriespannung unter Last, Signalstärke, Paketzähler und Fehlerstatus.
Montagemaße aus unseren Walkdown-Vorgaben
Walkdown: mobiles Gateway auf Stativ, Test-Node am geplanten Messpunkt
Gateway-Auslegung & Ausfallsicherheit
Zwei Gateways, zwei Netzbetreiber, zwei Stromkreise.
Das Gateway ist das Herz des Netzes – deshalb gibt es bei uns nie nur eines. Pro Gebäude planen wir mindestens zwei unabhängige Gateways, die beide das gesamte Gebäude abdecken. Fällt eines aus oder wird gewartet, übernimmt das andere – ohne dass ein einziger Messwert verloren geht.
Normalbetrieb – beide Wege aktiv
Netz A gestört – Daten über Netz B
Stromkreis 2 aus – Gateway 1 übernimmt
Zwei unabhängige Gateways
Jeder Node wird von beiden empfangen. Das zeigen wir im Walkdown mit Messwerten an beiden Gateways – nicht mit einer Annahme.
SIM-Karten verschiedener Netzbetreiber
Jedes Gateway hat eine eigene LTE-SIM eines anderen Anbieters. Fällt ein Mobilfunknetz aus, laufen die Daten über das andere.
Getrennte Stromkreise
Die Netzteile hängen an unterschiedlichen Stromkreisen – optional an der USV, damit auch bei Stromausfall weiter gemessen und alarmiert wird.
Kein Eingriff ins Firmennetz
Die Gateways senden per Mobilfunk. Es braucht keine Firewall-Freigabe, kein VLAN und keine Schnittstelle im Leitsystem.
Externe Antennen, innen montiert
LoRa- und LTE-Antenne extern am Gateway, Installation im Gebäude – damit entfällt die Blitzschutzbetrachtung.
Überwacht und fernwartbar
Alle Gateways sind im Dashboard sichtbar; ein Ausfall wird gemeldet. Einstellungen und Updates sind per Fernzugriff möglich – wichtig bei schwer zugänglichen Räumen.
Antenne richtig ausrichten
Eine Ebene
Antenne vertikal, Gateway möglichst mittig in der Fläche.
Mehrere Stockwerke
Gateway mittig im Gebäude, Antenne horizontal – die „Donut“-Abstrahlung geht nach oben und unten.
Von außen
Gateway außen, Antenne vertikal: Fenster dämpfen weniger als Stahlbetondecken.
Grenznähe
Am Dreiländereck können Schweizer Mobilfunkmasten stören. Wir prüfen die Abdeckung je Netzbetreiber vorab.
Messwerte statt Annahmen
Auszug aus einem echten Walkdown-Bericht.
So sieht das Ergebnis einer Vor-Ort-Messung aus (anonymisiert). Jeder Sensor wird an beiden Gateways gemessen – und wo ein Gateway weiter weg ist, ist das andere nah. Genau das ist gewollt.
Messpunkt
Gateway 1
Gateway 2
Bewertung
EMSR-Raum 1
−56 dBm · SNR 10,25 dB
−77 dBm · SNR 9,75 dB
gut
EMSR-Raum 2
−79 dBm · SNR 10,25 dB
−56 dBm · SNR 9,0 dB
gut
Mobilfunk am Gateway-Standort
RSRP −101 dBm · RSRQ −13,5 dB · SINR 4 dB
mittel – ohne externe Antenne gemessen → externe LTE-Antenne vorgesehen
RSSI
Empfangsstärke in dBm. Je näher an 0, desto besser. Beim Walkdown gilt: alle Nodes besser als −100 dBm = GUT.
SNR
Signal-Rausch-Abstand in dB. Positive Werte sind sehr gut; LoRa kann Signale sogar unterhalb des Rauschens noch dekodieren.
RSRP / RSRQ / SINR
Kennwerte des Mobilfunks am Gateway. Sie entscheiden, ob eine externe LTE-Antenne oder ein anderer Netzbetreiber nötig ist.
Demonstrator 2022–2025
DataDOT ONE – drei Jahre Demo im Dauereinsatz.
Hinweis
Die DataDOT ONE war unser Demonstrator im Pilotprojekt. Sie lief drei Jahre im Dauereinsatz und ist kein aktuelles Verkaufsprodukt. Plattform und Lösung heißen MoniCore.one; die Erfahrungen aus der Demo fließen in die eigene Sensorfamilie MoniCore M1+ ein.
Was die Demo im realen Betrieb gezeigt hat – in EMSR-Räumen eines Produktionsgebäudes, Messung alle 2 Minuten:
Temperatur und Feuchte am Messpunkt, zusätzlich externer PT100-Fühler (4-Leiter) mit Drahtbruchüberwachung
Optional autonome Vor-Ort-Alarmierung mit heller LED und Summer (> 100 dB) – funktioniert auch, wenn Funkverbindung oder Gateway ausfallen
Batteriespannung einmal täglich unter Last gemessen – der echte Batteriezustand, nicht nur die Leerlaufspannung
Nein. Die Gateways übertragen per Mobilfunk (LTE) direkt an MoniCore.one. Es gibt keine Implementierung im Firmennetz und keine Schnittstelle im Leitsystem. Eine Anbindung an eigene Server ist auf Wunsch möglich.
Was passiert, wenn ein Gateway oder ein Mobilfunknetz ausfällt?
Jeder Sensor wird von zwei Gateways empfangen, die SIM-Karten verschiedener Netzbetreiber nutzen und an getrennten Stromkreisen hängen. Fällt ein Weg aus, laufen die Daten über den anderen. Der Ausfall selbst wird im Dashboard gemeldet.
Ist die Funkstrahlung ein Thema?
LoRaWAN-Nodes senden typisch mit 10 mW (max. 25 mW) und nur Bruchteile einer Sekunde – höchstens 1 % der Zeit, in der Praxis meist unter 0,03 %. Das ist um Größenordnungen weniger als WLAN oder ein Mobiltelefon.
Wie lange halten die Batterien?
Das hängt vom Sendeintervall und vom Spreading Factor ab. Bei guter Gateway-Planung (niedriger SF) sind mehrere Jahre üblich. Die Batteriespannung wird überwacht, ein Wechsel lässt sich planen.
Lässt sich das System qualifizieren?
Ja. Walkdown-Bericht (DQ), FAT und SAT liefern die Grundlage für IQ und OQ; in der PQ werden u. a. Grenzwertalarme, Gateway-Redundanz und die Alarmkette geprüft. Den Umfang stimmen wir mit Ihrer Qualitätssicherung ab.
Geht das auch in ATEX-Zonen?
Für Ex-Bereiche braucht es dafür zugelassene Geräte. Ob und wie ein Messpunkt in einer Zone umsetzbar ist, prüfen wir im Projekt – oft genügt es, den Sensor außerhalb zu platzieren und einen Fühler hineinzuführen.
Sollen wir Ihr Areal ausmessen?
Ein Walkdown mit mobilem Gateway zeigt in wenigen Stunden, wie viele Gateways Sie brauchen und wo – mit Messwerten für jeden Punkt.